15. und 16.10.13 - neubriwelt

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15. und 16.10.13

Geschichten > Emma Tagebuch

Boah, hier ist vielleicht was los. Ich muss so viel lernen und abends fall ich müde ins Bettchen. Ich kam gar nicht mehr zum Schreiben.

Frauchen Manu ist nach wie vor für mich am Kochen. Mein Kot nimmt langsam wieder Ködelform an, ist aber noch nicht so tolle. Wenigstens kann ich bis morgens durchhalten, dass sie nicht immer hinter mir herputzen muss.
Zudem gilt es nach wie vor, dass ich mich im Rudel zurecht finde. Gestern hat sie mich doch tatsächlich 3/4 Stunden mit Kandy alleine gelassen. Sie fuhr zum Einkaufen, sagte sie.

Mein Problem ist: Ich halte mich immer an Frauchen Manu. Sie gibt mir Futter und sie ist Bigboss hier im Hause. Mit dem Rudel komm ich gut klar, aber ich brauche sie nicht unbedingt. Sie akzeptieren mich und ich akzeptiere sie. Nun hat Fraule angefangen, in Räume zu gehen und einfach mal die Tür hinter sich zuzumachen. Finde ich nicht sehr toll, wenn ich nicht mehr zu ihr kann. Ich bleibe dann einfach vor der Türe liegen, weil irgendwann muss sie ja wieder kommen. Aber ist das vielleicht gemein, dass jedes Zimmer zwei Türen hat und sie plötzlich wieder da ist, ich es nicht mal mit kriege, obwohl ich die Tür ganz fest bewache? Das verunsichert mich doch sehr und sobald ich sie sehe, hafte ich mich gleich wieder an ihre Fersen. Sie sagt immer, ich sei ihr schwarzer Schatten. Ich finde das cool, sie wohl etwas weniger.

Gestern gingen wir mit dieser Diva spazieren. Die durfte sogar an der Leine bei Fraule Manu laufen, ich spazierte mit Fraule Conny. Die grosse Landschaft hat mich doch sehr verunsichert und ich versuchte immer an Fraule Manu ran zu kommen. Da war aber immer diese jugendliche, verspielte Diva, die mit Fraule Manu sehr viel Spass zu haben schien. Der Sturm tobte und es regnete. Ich war dann auch wieder sehr froh, als wir wieder zu Hause waren. Autos und Lastwagen machen mir absolut keine Angst. Aber Daheim im sicheren Garten ist halt schon alles viel einfacher. Da kenn ich mich aus und finde mich zurecht.

Heute Morgen war dann strahlender Sonnenschein angesagt und es ging wieder auf den Spaziergang. Fraule Manu hatte dann ihre Pfoten angezogen (sie nennt es Schuhe) und hat mir freudig erzählt, dass wir nun spazieren gehen. Anscheinend  muss das wirklich toll sein. Ich versuche jetzt auch Spass daran zu finden, wirklich. Heute kam Kandy mit, die Chefin. Ich fühlte mich schon um einiges sicherer. Das Problem ist einfach: Kandy ist so ruhig, sagt nie was. Ich weiss momentan noch nicht so richtig, woran ich bei ihr bin. Aber sie scheint echt lieb zu sein und das ganze Rudel verehrt sie. Ich habe auch sehr viel Respekt vor ihr.

Heute, da es weder gestürmt noch geregnet hat, hat Fraule Manu sogar noch ein Bildchen geschossen. Ich mit Kandy. Hm, wäre schön, wenn wir beide ganz tolle Freundinnen werden würden. Ich arbeite daran....

Nun gibt es aber wieder Fresschen und ich muss mal schauen, wo heute mein Napf mit dem leckeren Fressi steht.

Bis bald wieder, eure Emma

Heute schreibt auch mal Fraule Manu was in diesem Tagebuch:

Emma hat schon sehr viele Fortschritte gemacht und sie, wie natürlich auch das Rudel, machen es hervorragend.

Es ist aber momentan eine echte Gratwanderung: Auf der einen Seite die kleine, süsse, niedliche Emma, die einfach nur lieb gehabt und gestreichelt werden möchte. Auf der anderen Seite eine erwachsene, selbstständige Hündin, die genau weiss, was sie will und genau weiss, wie sie erreicht, was sie will.

Am Sonntag Abend verteidigte sie ihr Bettchen. Ich wies sie zurecht, als sie jeden Hund bedrohte, der an ihr vorbei wollte. Das Ganze hat sich dann gelegt. Am Montag Abend nach der letzten Pinkelrunde sass die gute Dame dann plötzlich auf dem Sofa und brummte alle Hunde an, die daran vorbei wollten. Emma wurde sofort von ihrem "Thron" geholt. Die nächste Stufe, wo ich drauf wartete, war dann, dass sie einen Raum verteidigt. Nö, sie wollte die Hunde weg von mir halten mit einem ziemlich drohenden gebaren. Zudem stellte sie sich in der bewussten T-Stellung vor mich hin. Ich entfernte mich dann einfach ohne Kommentar und liess sie bei jedem Versuch, mich zu sperren, einfach stehen.
Gestern war dann der Höhepunkt, der mir klar machte, dass ich es hier mit einer sehr terretorial verhaltenden Hündin zu tun habe und meine Erziehung und meine Regeln nochmals stark überdenken musste. Madame Emma lag vor der Garage und schoss bei jedem Hund hoch, der sich die Erlaubnis nahm, über die Treppe (drei Dritte) ins Haus zu kommen. Opfer Nr. 1 ist Diva, die schon seit sie hier von Kandy als Vitzechefin eingearbeitet wird. Opfer Nr. 2 ist Camelot, der immer schön zurück geht, wenn ein Weibchen ihn etwas bedroht. Wohlverstanden, bei uns steht die Haustüre, solange es die Temperaturen erlauben, offen und die Hunde können rein und raus, wie sie möchten. Sie stand drohend quer auf der Treppe und knurrte arg bedrohlich. Ich hab sie dann sofort auf ihren Platz verwiesen und ihr klar gemacht, dass es SO nicht geht. Mein Bettchen, mein Sofa, meine Mami und nun noch MEIN Haus!
Ich habe den Vorteil, dass Emma sehr gehorsam ist und schnell auf meinen Kommentar reagiert. Sie versucht zwar immer wieder ihre Grenzen auszustesten und sich ihren Raum zu vergrössern, lässt sich aber gut lenken und führen und akzeptiert eine Zurechtweisung von mir. Ich möchte auf keinen Fall, dass es so weit kommt, dass das normale Rudelleben hier gestört wird. Es wird ihr jetzt signalisiert. wenn sie brav ist, kriegt sie Freiheiten, wenn sie nicht brav ist, gibt es Sanktionen. Und sie ignorieren ist für sie die scheinbar stärkste Strafe. Damit kommt die kleine Maus nicht zurecht. Sie hat das aussehen eines Neufis, den Gang eines Neufis, die körperliche Mimik eines Neufis aber manchmal macht es im Köpfchen klick und ich habe einen Schäfer vor mir.

Ich weiss nichts über Emma's Vergangenheit. Davon lass ich mich aber auch nicht beeinflussen. Wir schauen zusammen in die Zukunft und arbeiten dran, dass für alle Beteiligte das Leben schön wird. Während der Arbeit werden wir immer wieder vor kleinen Problemen stehen, die uns fordern. Aber das packen wir, bestimmt.

Eines ist sicher, wir lieben Emma heiss und innig und können uns ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Und dafür, dass sie erst am Sonntag Abend hier eingetroffen ist und heute erst Mittwoch ist, bin ich doch sehr, sehr stolz auf jeden einzelnen Hund.


Fraule hat gesprochen, morgen darf Emma wieder schreiben, wenn sie nicht zu müde ist. :-)

 
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