Sämi - neubriwelt

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Sämi

In Erinnerung

Filou vom Ruederthal
(22.02.2000 - 20.09.2010)
SHSB 586608



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Sämi wurde im September 2001 von seiner Besitzerin im Tierspital Zürich abgegeben, weil er hätte eingeschläfert werden müssen. Seine Besitzerin kam mit seiner Epilepsie nicht klar. Die sofortige Suche um einen Lebensplatz ging los, weil sie nicht einsahen, das Leben von Sämi zu beenden. Auch mit seiner Epilepsie hatte er duchaus die Möglichkeit auf ein schönes, freudiges Leben.

Die Suche nach einem neuen Lebensplatz war sehr eilig, da sie Sämi den Platz in der Klinik nur bis Freitag gewähren konnten. Der Berner Sennen Klub hatte mit aller Kraft jemanden gesucht, der bereit ist, Sämi sofort aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Eine Züchterin hatte sich einverstanden erklärt, Sämi rauszuholen und für ihn einen Lebensplatz zu suchen. Als ich von Sämi erfuhr, tat es mir tief im Herzen weh, dass man einen kranken Hund einfach so abschieben konnte. Ich hatte mich mit der Züchterin in Verbindung gesetzt und wir hatten uns bei ihr zu Hause getroffen.

Da kam er auf mich zu, setzte sich vor mich hin als wollte er sagen: "Bist du meine neue Mami? Ok, ich habe schon gepackt, wir können gehen!"

Da ich bisher keine Erfahrung mit Epilepsie hatte, war ich mir erst nicht sicher, ob ich Sämi wirklich gerecht werden kann. Aber er wich nicht mehr von meiner Seite. Die Züchterin war gerührt, wie schnell er sich mit mir angefreundet hatte und meinte, wir passen ideal zusammen.

Natürlich kam Sämi mit nach Hause. Er lief schnurgerade zu meinem Auto, stieg ein und meinte: "Können wir los? Ich will nach Hause!"

Bei der Züchterin hatte er es sehr schön, hatte wundervolle Bärnermädels zum Spielen und einen grossen, schönen Garten, wo er sich vertun konnte. Dennoch wollte er nur noch bei mir sein.

Ich war schon gespannt, wie die anderen wohl auf Sämi reagieren würden. Erstens war er krank und zweitens war er ein sehr lebhafter, temperamentvoller Berner Senn.

Wie sollte es anders sein: Mein Rudel nahm in liebevoll auf.

Sämi hatte eine sehr gute Erziehung. Er liebte es auch, Unterordnung mit mir zu machen, mit mir Fährten zu suchen. Er ging über und durch jedes Hinternis und hatte immer blindes Vertrauen.

Im Januar 2002 hatte er dann einen heftigen Epilepsie-Anfall. Bisher merkte man ihm nichts an, dass er anders war als die anderen Hunde. Das Rudel war sehr verunsichert und ich musste sie schnell wegsperren. Der Anfall dauerte 10 Minuten. Die schlimmsten Minuten in meinem Leben. Sämi wurde hin und her geworfen und ich konnte nichts dagegen tun.

Nach Absprache mit dem Tierarzt hatten wir seine Tabletten-Dosis erhöht. Ich konnte mittlerweilen voraussehen, in welchen Situationen er zu Anfällen neigte. Ich hatte diese Situationen für ihn zu vermeiden versucht oder habe ihm Rescue-Tropfen gegeben, dass er sich schnell beruhigte. Auch die Ablenkung mit Spielen hatte bei ihm wunderbar funktioniert. Als hätte sich sein Hirn nur noch auf das Spielen konzentriert.

Im Laufe seines Lebens hatte er einige Petit Mal, die wir mit Neueinstellung der Medikamente immer besser im Griff hatten.

Da Sämi ein sehr sensibler und anhänglicher Berner ist, war er sehr gefährdet, wenn es mir psychisch mal nicht so gut ging. Darauf reagierte und reagiert er auch heute noch sehr sensibel darauf.

Im Alter von 2 1/2 Jahren wuchs an seiner Rute ein Geschwür. Unterhalb knabberte er sich den ganzen Schwanz blutig. Wir liessen ihn rasieren, behandelten seine Wunden. Er kriegte einen Kragen verpasst, dass er da nicht mehr ran kam zum Knabbern. Denkste - Nicht mit Sämi. Er war so beweglich, dass er ohne Probleme sein Hinterteil zum Kopf biegen konnte. Den störenden Kragen drückte man an der Hausecke einfach nach hinten und das Knabbern ging Problemlos. Dennoch - Das Gewebe war geschädigt und ich hatte das Gefühl, dass es gar nicht mehr richtig durchblutet wird, trotz den Salben, dem Abwaschen und der Pflege. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt hatten wir uns dafür entschieden, die Rute oberhalb des Geschwürs zu amputieren. Der Bakterienherd war zu nahe an der Wirbelsäule. Was, wenn die Bakterien nach oben wanderten in die Wirbelsäule? Sämi hatte die ersten zwei Wochen einige Koordinationsprobleme, weil er seine Rute nicht mehr als Steuerung verwenden konnte. Er hatte den Dreh aber schnell raus und bald war das kein Thema mehr. Die Wunde vernarbte schnell und es wuchsen auch wieder schöne Bernerhaare. Ein halbes Jahr später sah man nicht mal mehr, dass seine Rute kürzer war. Er aber hatte die Chance, sein Leben weiter zu geniessen.

Obwohl die Tierärzte meinten, dass Sämi mit den starken Medikamenten nicht älter als 4 Jahre werden würde, ist er heute noch bei uns. Er ist ein Kämpfer und gibt nicht auf. Der Alltag ist ihm sehr wichtig und das Rudel gibt ihm Kraft.

Leider hat Sämi überall kleine Geschwüre und Tumore, die ausbrechen. Sie häufen sich täglich. Er hat aber keine Schmerzen und es geht ihm gut. Wir behandeln ihn, so gut wir können. Aber leider wissen wir, dass er uns wohl bald verlassen wird.

Momentan ist es für ihn kein Thema, weil er will nicht gehen! Er ist nach wie vor für alles zu begeistern. Am meisten natürlich mit etwas Fressbarem. :-)

Joschi kam kurz nach Sämi zu uns. Die zwei hatten sich von Anfang an super verstanden. Sämi viel es sehr schwer, mit dem Verlust von Joschi im November 2003 fertig zuwerden. Er brauchte viel Zuwendung und Ablenkung.

Für Boy war Sämi ein liebevoller Ziehvater und Kumpel. Boy durfte mit ihm alles machen: Beissen, Kratzen, ihn auf den Rücken legen - Sämi liess alles geschehen und hatte viel Spass daran. Boy hatte uns kurz nach Joschi verlassen und Sämi hatte sehr lange, über die zwei Verluste hinweg zu kommen und seine Lebensfreude wieder zu finden. Mittlerweilen hat er sehr viele seiner Freunde kommen und gehen sehen. Aber immer wieder hat er sich aufgerafft und die Freude am Leben wieder gefunden.

Mit allen Tieren versteht sich Sämi einfach prächtig. Die Katzen stehen ganz besonders unter seinem Schutz. Sämi war nie böse zu einem anderen Hund. Klar gab es mal Sticheleien, wie es mit Jungs halt so ist. Aber er ist ein ganz besonderer Hund, der viel Freude macht. Drum wird wohl auch seine Vorstellung so lang. :-)

Erst kürzlich habe ich von seiner Züchterin vernommen, dass viele seiner Geschwister nicht mehr am Leben sind, altershalber. Das zeigt auch, was für eine Lebensfreude Sämi hat und welch ein Kämpfer er ist.

Wir geniessen jeden Tag, den er noch bei uns ist. Doch seine Geschwüre und seine immer längeren Ruhephasen stimmen uns sehr nachdenklich. Wir wissen, dass er nicht mehr sehr lange bei uns bleiben wird. Wie es ohne Sämi weiter gehen soll, wissen wir noch nicht. Aber noch ist er bei uns und wir lieben ihn, wie er ist. Ich glaube, über Sämi's Geschichten alleine könnte ich ein ganzes Buch füllen. :-)

Sämi's Ahnentafel
Züchterin: Marianne Graber, Schlossrued
Berner Sennen vom Ruederthal

Nuxo v. Rüschbode
SHSB 548300
HD A/A, ED 0/0
WH 65

Fedor uit H. Galgenweid
SHSB 448780
HD 0/0, ED 0/0

Gallo v. Leubschimoos
SHSB 368017

Cecil v. d. Ertbecke
NHSB 1376368

Ilse v. Rüschbode
SHSB 510599
HD a/A, ED 0/0
WH 59

Jerry v. Rosiendlithal
SHSB 406043
HD 0/0
Int., CH-Champion

Wilma v. Nesselacker
SHSB 416624
HD 0/0, ED 0/0








Ronja vom Scheimatthof
SHSB 563029
HD A, ED 0
WH 61


Ulfilas vom Stöckle
VDH SSZ 26596
HD-frei, ED 0/0
D, VDH-Champion

Arko v. d. Vogelweide
VDH SSZ 21757
HD-frei
D, VDH-Champion

Lollo vom Sieker Fels
VDH SSZ 21757
HD-frei
D, VDH-Champion


Elia v. Kneubühl
SHSB 470453
HD A/A, ED 0/0

Kuno v. Schöneggschwand
SHSB 385733
HD 0/0, ED 0/0

Cindy v. Kneubühl
SHSB 442381
HD 0/0, ED 0/0

 
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